Nachwuchskräfte

Fakten und Daten

Hoher Anteil an Beschäftigten über 50 Jahre

Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft sind im Bereich Wasser und Abwasser überdurchschnittlich viele Beschäftigte (Abwasser 39 % und Wasser 42 %) über 50 Jahre alt. Dabei liegt die Branche in dieser Klasse unter dem Bundesdurchschnitt. Um das altersbedingte Ausscheiden zu kompensieren, wäre ein hoher Anteil von Beschäftigten unter 25 Jahren notwendig.

Die Anzahl an Erwerbstätigen sinkt in den kommenden Jahren

Im Mai 2015 erreichte die Nachfrage nach Arbeitskräften einen neuen Höchstwert, wie der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit berichtet. So sind viele Stellen wie selten zuvor unbesetzt geblieben. Dies wird sich durch die geburtenschwachen Jahrgänge in der Zukunft noch weiter verstärken, wodurch sich die Anzahl der Erwerbstätigen in den nächsten Jahren stark verändern wird. Schätzungen des Statistischen Bundesamtes zufolge wird die Anzahl der Erwerbstätigen in den nächsten 20 Jahren von derzeit 49 Millionen Menschen auf 41 bis 43 Millionen (je nach Stärke der Zuwanderung) zurückgehen. Gleichzeitig werden zwischen 2012 und 2030 geschätzt 17,4 Millionen Personen den Arbeitsmarkt verlassen.

 

Quellen: Bundesagentur für Arbeit; Statistisches Bundesamt

Zukünftige Personalengpässe von Fachkräften für Abwasseranlagen

In den nächsten Jahren werden viele qualifizierte und erfahrene Fachkräfte in den Ruhestand gehen. Zugleich sind die Ausbildungszahlen zurückgegangen. Diese Entwicklung macht deutlich, dass uns durch den altersbedingten Verlust erfahrener Mitarbeiter/-innen, bei gleichzeitigem Rückgang von Schulabgängern, in den nächsten Jahren ein deutliches Defizit an Fachpersonal für Abwasseranlagen in Baden-Württemberg zur Verfügung steht.

 

Die Branche der öffentlichen Wasserver- und Entsorgung ist hierbei besonders gefordert sich aktiv für eine nachhaltige Nachwuchskräftegewinnung zu engagieren, da das oben beschriebene Problem bisher nicht ausreichend wahrgenommen wurde.

Erste DWA-Mitarbeiterin beendet erfolgreich ihr BWL-Studium - Aufschlüsse zum Nachwuchskräftemangel in der Wasserwirtschaft

Zum 30.09.2017 hat unsere Mitarbeiterin Frau Olivia Herzog ihr duales Studium an der DHBW Stuttgart erfolgreich abgeschlossen. Ihr Studiengang BWL-Dienstleistungsmanagement/Non-Profit-Organisationen, Verbände und Stiftungen nimmt im stetig wachsenden Dienstleistungssektor eine bedeutsame Rolle ein. Der Inhaltsschwerpunkt des dualen Studiums, mit dem der Abschluss zum Bachelor of Arts (B.A.) einhergeht, lag dabei auf einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung. Darüber hinaus wurden Besonderheiten innerhalb des Non-Profit-Sektors behandelt.

Abgerundet wurde das Studium von Frau Herzog durch ihre Bachelorarbeit zum Thema „Personalmarketingmaßnahmen aufgrund des Nachwuchskräftemangels in der Wasserwirtschaft - Ansätze zur Nachwuchskräftegewinnung und -bindung am Beispiel der Mitglieder des DWA-Landesverbandes Baden-Württemberg“. In der Branche der Wasserwirtschaft herrscht derzeit ein Nachwuchskräftemangel. So haben Städte, Kommunen und einzelnen Unternehmen, die Abwasseranlagen betreiben, zusehends Probleme Nachwuchskräfte zu gewinnen und zu binden. Die Thesis konzentrierte sich dabei im Besonderen auf den Ausbildungsberuf zur Fachkraft für Abwassertechnik. Hierbei wurde vor allem auf das interne und externe Personalmarketing sowie auf Employer Branding Bezug genommen. Das Employer Branding bzw. die Arbeitgebermarke umfasst alle Eigenschaften von der Aufgabenstruktur über die Gestaltung der Arbeitsbedingungen bis hin zu den kulturellen Gegebenheiten, die das Unternehmen auszeichnen. Zu den Zielen gehören u. a. die Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität bei potenziellen Mitarbeitern, die Optimierung der Rekrutierungsqualität, die Steigerung der Motivation und Leistungsbereitschaft von gegenwärtigen Mitarbeitern sowie die Erhöhung der Mitarbeiterbindung an das Unternehmen.

Als Ergebnis der Thesis ist festzustellen, dass die Gesamtauswertung einen Nachwuchskräftemangel darlegt, der sich trotz diverser Mediennutzung zur Ansprache von Nachwuchskräften der Unternehmen abzeichnet. Dadurch lässt sich bereits heute schon eine Überlastung der Mitarbeiter erkennen, sodass u. U. die Qualitätsanforderung an die Arbeit nicht mehr gänzlich gewährleistet werden kann.

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- Gemeinsame Empfehlung zur Nachwuchsgewinnung –

Eine leistungsfähige Abwasserbeseitigung ist unverzichtbare Grundlage für unsere Umwelt und Lebensqualität. Nahezu 100  Prozent der Bevölkerung Baden-Württembergs sind inzwischen an öffentliche Abwasseranlagen angeschlossen. Unterstützt durch staatliche Förderung haben die Städte und Gemeinden im Land in den letzten Jahrzehnten mehr als acht Milliarden Euro in den Neu- bzw. Ausbau von Abwasseranlagen investiert.

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