Neben den „klassischen“ Kläranlagen-Nachbarschaften wurde die Bodensee-Nachbarschaft gegründet, um den hohen Anforderungen an das Gewässer gerecht zu werden und eine länderübergreifende Zusammenarbeit zu erleichtern.
Zudem gibt es sechs Sonder-Nachbarschaften:
Termine der jährlich stattfindenden Fortbildungstage in den Sonder-Nachbarschaften finden Sie hier:
Am 11. Juni fand der inzwischen 14. grenzüberschreitende Kläranlagen-Erfahrungsaustausch statt. Dieser Austausch wird abwechselnd in Frankreich und Deutschland durchgeführt. Diesmal organisierte die Collectivité européenne d’Alsace gemeinsam mit dem Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald den Erfahrungsaustausch zwischen den Betriebsleitern und Kläranlagenfachkräften beider Regionen. Das Treffen fand im Écopôle de Sausheim statt, einem modernen Zentrum zur Abfallverwertung und Abwasserreinigung. Dort werden eine Müllverbrennungsanlage, eine Kläranlage, eine Faulgasanlage sowie eine Phosphorrückgewinnungsanlage kombiniert, um aus Abfall und Abwasser erneuerbare Energien (Dampf, Wärme, Strom, Biomethan und Dünger) zu gewinnen.
Im vergangenen Jahr wurde die Phosphorrückgewinnung des Abwasserzweckverbandes Staufener Bucht vorgestellt: Dessen Pilotanlage (P-XTRACT®) gewinnt über ein innovatives Verbrennungsverfahren wertvolle Phosphorrohstoffe aus dem Klärschlamm für die Düngemittelproduktion. In diesem Jahr folgte nun der Gegenbesuch in Frankreich auf der Kläranlage in Sausheim. Diese reinigt das Abwasser aus der Region Mulhouse und verfügt über eine Ausbaukapazität von 490.000 Einwohnerwerten. Der Phosphor wird dem Abwasser mithilfe des von Suez entwickelten Verfahrens Phosphogreen als Struvit (Magnesium-Ammonium-Phosphat) entzogen. Struvit lässt sich unmittelbar als Dünger in der Landwirtschaft einsetzen.
Eine interessante Besonderheit war für die deutschen Fachleute die Faulgasverwertung. Anders als in Deutschland üblich, wird das Faulgas nicht über ein Blockheizkraftwerk, sondern zur Betankung der kommunalen Busflotte genutzt.