Sonder-Nachbarschaft RÜB 2018 – Messen, Bewerten und Optimieren – Ein Rückblick

Mit seiner Initiative zur Betriebsoptimierung von Regenüberlaufbecken schließt der DWA-Landesverband Baden-Württemberg die noch offene Lücke im Gewässerschutz. Mit den Auftaktveranstaltungen der Sonder-Nachbarschaft im September 2015 wollte man Betreiber mit bereits messtechnisch ausgestatteten Becken ansprechen und eine Plattform für den Erfahrungsaustausch sowie eine Messdatenanalyse anbieten.

Von erfahrenen Fachleuten, den sogenannten „Lehrern“, die Nachbarschaften leiten, werden wertvolle Anregungen vermittelt und Erfahrungen ausgetauscht. Für die unterschiedlichen Betriebsprobleme ergeben sich durch veränderte Betrachtungen neue und bessere Lösungsansätze.

Im Juni und Juli 2018 fanden nun bereits zum vierten Mal die Sonder-Nachbarschaften RÜB – Messen, Bewerten und Optimieren – zum Betrieb von Regenüberlaufbecken in 8 Gebieten statt. Die mit insgesamt 212 Teilnehmern sehr gut besuchten Veranstaltungen zeigen, dass das Interesse der Betreiber von Kläranlagen und Kanalnetzen nach wie vor groß ist.

Die Programme der Nachbarschaftstage 2018 wurden auf der Basis des Konsenses von den jeweiligen Lehrern individuell erstellt und spiegelten ein breites Themenspektrum wider. Projektkoordinatorin RÜB-BW, Asuka Wada, beim DWA-Landesverband stellt bei allen Nachbarschaftstagen „Neues zur Regenwasserbehandlung im Mischsystem“ vor. Dabei wurde auch der neue Erlass vom Umweltministerium Baden-Württemberg „Messen an RÜB“ mit den Teilnehmern diskutiert. Neben den wichtigen Themen wie Drosselprüfung, Abflusssteuerung usw. wurden Fernüberwachung und Fernwirktechnik von Referenten aus ihren eigenen Erfahrungen präsentiert, und praxisorientierte Themen wie z.B. die Beckenbücher (Lehrer Gebiet Ost, Andreas Schorpp) und der Einsatz eines elektronischen Kanalspiegels mit Vorführung (Lehrer Gebiet Südwest, Michael Arndt) behandelt. Die Teilnehmer zeigten großes Interesse an den Unterschieden zwischen den Beckenbüchern verschiedener Betriebe, und wie der Personalmangel durch Einführung eines Kanalspiegels ausgeglichen werden kann. Die Vor- und Nachteile einzelner Messgeräte wurden intensiv diskutiert. Julian P. Schab (LRA Emmendingen) führte das Thema „Gesamtsystembetrachtung“ ein und unterstrich, wie wichtig diese für die Regenwasserbehandlung ist. Ferner hatten einige Nachbarschaftstage Gastreferenten von der Firma KROHNE (Thema MID) und der Firma HST (Thema: Neue Entwicklungen an Regenbecken mit Digitalisierung) zu Gast.

Zudem wurde das vom DWA-Landesverband entwickelte DWA-Daten-Tool zur einfachen und übersichtlichen Bewertung der Einstauhäufigkeit und –dauer behandelt. Beim Nachbarschaftstag Nordost präsentierten zwei Betreiber ihre Messdaten mit dem DWA-Daten-Tool, und werteten zusammen mit dem Lehrer, Dr. Ulrich Dittmer ihre Daten aus. Michael Arndt führte bei seinem Nachbarschaftstag anhand des DWA-Daten-Tools zusammen mit den Teilnehmern die Plausibilitätsprüfung durch. Die Konfiguration vom DWA-Daten-Tool und anderen Prozessleitsystemen wurden verglichen und Vor- und Nachteile besprochen. Dazu stellte Asuka Wada die cloudbasierte Betriebsdatenbank RÜB vor, die sich derzeit in Entwicklung befindet (Stand: September 2018). Ziel ist es, diese Datenbank im Jahr 2019 bei der Sonder-Nachbarschaft RÜB einzuführen.

Themen für die Nachbarschaftstage 2019 gibt es bereits, da die Teilnehmer ihre Vorschläge einbrachten, denn die Sonder-Nachbarschaften RÜB 2019 „Messen, Bewerten und Optimieren“ sollen durch vielfältige Themen zur Optimierung des Betriebs von Regenüberlaufbecken und der Regenwasserbehandlung für die Betreiber weiterhin hilfreich in der Praxis sein.

Mehr Informationen: http://www.rueb-bw.de/nachbarschaften/sondernachbarschaft/