Cluster Energieeffizienz
Projekte zur Energieeffizienz auf Kläranlagen
Projekte zur Energieeffizienz auf Kläranlagen
Der DWA-Landesverband startet initial mit dem Aufbau des Clusters Energieeffizienz auf Kläranlagen in Baden-Württemberg. Zielsetzung ist es, das Wissen, die Betriebserfahrungen und Instrumente zur energetischen Optimierung kommunaler Kläranlagen aller Akteure im Land zu bündeln, gezielt zu koordinieren und verfügbar zu machen sowie neue Impulse und Werkzeuge für die Behörden und Betreiber zu entwickeln. Durch das Cluster, das mit Unterstützung des Umweltministeriums Baden-Württemberg konzipiert wird, soll das Bewusstsein des Betriebspersonals und der Entscheidungsträger gefördert werden, um zielgerichtete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung vor Ort durchzuführen.
Die Reinigungsleistung der kommunalen Kläranlagen hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Im Hinblick auf die zusätzlichen Anforderungen insbesondere aus der Umsetzung der Europäische Wasserrahmenrichtlinie oder durch die Spurenstoffelimination werden weitere Anstrengungen notwendig, die unter anderem auch verfahrensbedingt zusätzliche Energie benötigen. Zudem sind bereits heute die kommunalen Kläranlagen mit rund 20 % des Gesamtenergiebedarfs in den Kommunen meist die größten Energieverbraucher.
So empfiehlt auch die Abwasserverordnung eine energieeffiziente Betriebsweise, in der wirtschaftlich und technisch mögliche Potentiale genutzt werden sollen. Es ist daher ökonomisch und ökologisch geboten, die energetischen Optimierungspotenziale zu erkennen, zu bewerten und diese im Betrieb umzusetzen.
Abwasserwärmenutzung
Energiecheck
Publikationen zum Thema Energieeffizienz
Projektlaufzeit: 01/2024 – 12/2026
Förderung: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Der DWA-Landesverband Baden-Württemberg führt das Projekt „Energie-Moderatoren und Moderatorinnen – messen gemeinsam handeln“ durch. Hintergrund dieses Projektes ist, dass Kläranlagen der Ausbaugröße 1.000 - 50.000 EW einen Anteil von 55% am Gesamtstromverbrauch aller Anlagen haben. Zudem haben diese Anlagen in der Regel einen geringen Eigenversorgungsgrad (3 - 33%). Jedoch konnte für diese Gruppe der kleinen und mittleren Kläranlagen ein theoretisches Einsparpotenzial von über 73 Mio. kWh/a ermittelt werden. Da das Betriebspersonal nur wenige Kapazitäten hat, um sich mit der Optimierung der Kläranlage zu beschäftigen, greift der DWA-Landesverband hier unter die Arme. Auf bis zu 200 Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von 1.000 - 50.000 EW werden kostenlose Impulsberatungen angeboten, die dem Betriebspersonal erste Handlungsempfehlungen in den Bereichen Energieeinsparungen und -produktion, Wärmemanagement und Treibhausgasemissionen an die Hand geben.
Im Rahmen des Projektes wurden im Jahr 2025 durch den DWA-Landesverband Baden-Württemberg 27 Energie-Moderatorinnen und Moderatoren ausgebildet. Diese setzen sich aus den ehrenamtlichen Lehrerinnen und Lehrern sowie den Obleuten aus den Nachbarschaften in Baden-Württemberg zusammen. Mit Abschluss der Ausbildung sind die Impulsberatungen gestartet und die Energie-Moderatorinnen und Moderatoren haben bereits die ersten Kläranlagen erfolgreich beraten. Die Impulsberatungen basieren auf den Daten des Leistungsnachweises, den Berichten aus DWA Betrieb und einer durch den DWA-Landesverband erarbeiteten Auswertungstabelle. Die Treibhausgasemissionen jeder Anlage werden mithilfe des Webtools „Klimabilanz für Kläranlagen mit einem KlicK“ der DWA ermittelt. Durch diese Maßnahmen werden den Betreibern erste Handlungsempfehlungen aufgezeigt, wodurch sie direkt selbst in die praxisnahe Optimierung ihrer Kläranlage starten können.
Kläranlagen können durch die Teilnahme an diesem Projekt gezielt auf die kommenden Anforderungen der Energiewende und von EU-KARL vorbereitet werden. Interessierte Betreiber sind eingeladen, das Angebot zu nutzen und ihre Anlagen weiterzuentwickeln. Für weitere Informationen zu diesem Projekt melden Sie sich gerne bei Kathrin Münch (Clustermanagerin für Energieeffizienz auf Abwasseranlagen, Kathrin.Muench@dwa-bw.de).
Als ein unterstützendes Hilfsmittel entwickelt der Landesverband parallel für die Betreiber der Kläranlagen-Nachbarschaften in Baden-Württemberg in einem von der DBU- und dem Land Baden-Württemberg gefördeten Projekt einen vereinfachten Energiecheck als Cloudbasierte Softwarelösung, durch den jeder Betreiber mit einfachen Mitteln eine umfassende jahresübergreifende Auswertung und Einschätzung für seine Anlage erhalten wird. Der jährliche Leistungsvergleich der kommunalen Kläranlagen erhält damit eine neue Wertigkeit in Form eines anlagenspezifischen Energie- und Umweltinformationsberichtes. Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz sind auch im Abwasserwesen wichtige Zukunftsthemen, die das Cluster Energieeffizienz im Landesverband vertiefend aufgreift.
Ein weiterer Baustein des Cluster Energieeffizienz ist die Nutzung von Abwasserwärme zur Wärmeversorgung von Gebäuden. Bei der Abwasserwärmenutzung handelt es sich um die Wärmerückgewinnung der im Abwasser enthaltenen Abwärme. Um die Potenziale im Land für die Nutzung von Abwärme aus dem Auslauf von Kläranlagen zu ermitteln, hat der DWA-Landesverband Baden-Württemberg mit den Projektpartnern ifeu (Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg) und IBS Ingenieurgesellschaft das Projekt „Lokalisierung von Standorten für den Einsatz von Abwasserwärmenutzung aus dem Auslauf von Kläranlagen in Baden-Württemberg“ durchgeführt. Gefördert wurde das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.
Die Projektergebnisse des Gesamtprojekts können genutzt werden, um die Potenziale der Abwasserwärmenutzung von Kläranlagen im gesamten Land zu bewerten. Damit liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse, welche die großen Kreisstädte und Stadtkreise bei der Erstellung ihrer kommunalen Wärmeplanung bis zum Ende des Jahres 2023 nutzen können.